Die Weide: Pionierin auf ONS BUITEN
19 september 2025
Auf ONS BUITEN kann man sie nicht übersehen: die Weiden. Am Anfang hat man vielleicht das Gefühl, dass hier nur Weiden stehen. Doch dazwischen gibt es viele andere Arten zu entdecken. Die Weiden wurden nicht nur gepflanzt, weil sie schön sind, sondern auch, weil sie Pionierpflanzen sind.
Pioniere auf Lehmboden
Der Boden von ONS BUITEN befindet sich in der Pionierphase: harter Lehm ohne die gewünschte schwammartige Struktur, auf der andere Bäume gut Wurzeln schlagen können. Die Weide ist ein typischer Pionier auf Lehmboden. Wir befinden uns also in der „Weidenphase” der natürlichen Sukzession.
Wie Sukzession funktioniert
In der Natur gibt es eine natürliche Sukzession. Zuerst kommen die Pioniere, dann folgen andere Arten, die von den Bedingungen profitieren, die die Pioniere geschaffen haben. Alles entwickelt sich dann zur sogenannten Klimaxphase. Die Weide spielt dabei eine Schlüsselrolle. Sie sorgt für Halbschatten und Windschutz, durchwurzelt den harten Boden und macht ihn luftiger. Beim Beschneiden gibt die Weide an den Wurzeln Wachstumshormone ab, von denen andere Pflanzen profitieren können.
Schneiden, damit es wächst
Gerade im Sommer, wenn die Weide voller junger grüner Blätter ist, schneiden wir die Weiden zurück. Wir ernten die Zweige und Blätter, zerkleinern sie und bringen damit eine Mulchdecke auf. So geben wir die Energie und die Nährstoffe der Weide an die Erde weiter, die dadurch immer luftiger und schwammiger wird. Dies hat einen doppelten Effekt: Durch das Beschneiden oberirdisch sterben unterirdische Wurzeln ab. Diese verrotten anschließend und hinterlassen Gänge im Boden, was die Bodenstruktur verbessert. Durch das Beschneiden werden außerdem mehr Wachstumshormone freigesetzt. Damit stimuliert die Weide nicht nur sich selbst, sondern auch die Pflanzen, die um sie herum wachsen.
Platz für die nächste Schicht
Würden wir die Weidenzweige nicht ernten, würde sich von selbst ein Weidenwald bilden. Durch regelmäßiges Ernten entsteht Platz für Arten, die normalerweise erst später im Sukzessionsprozess auftreten würden. Wie Eichen oder Obstbäume. Diese Bäume, die eine zweite Schicht bilden, wachsen langsamer. Dank der Arbeit der Weide und durch unser Beschneiden können sie sich schneller entwickeln.
Verschiedene Weiden, verschiedene Rollen
Bei ONS BUITEN verwenden wir vor allem die Silberweide und die Schussweide. Diese sind ausgesprochene Pioniere: Sie brauchen volle Sonne und geben schließlich auf, wenn höhere Arten wie Eichen ihnen das Sonnenlicht wegnehmen. Sobald die Eiche groß genug ist, kann die Weide nach dem Schnitt einfach nicht mehr zurückkommen. So übergibt sie ihren Platz an die nächste Phase in der Sukzession.
Andere Weidenarten, wie die Waldweide oder die Silberweide, verhalten sich eher wie bleibende Bäume. Sie können zu stattlichen Exemplaren heranwachsen, wobei der Hauptstamm viel länger erhalten bleibt.
Von der Weide zum Wald
In den ersten zwei bis drei Jahren arbeiten wir hauptsächlich mit Weiden. Erst danach pflanzen wir Obstbäume und Waldpflanzen zwischen den Weiden.
So bildet die Weide das Fundament für das, was kommen wird: ein lebendiges System, das ständig in Bewegung ist und sich Schicht für Schicht entwickelt.