Urlaub ohne Scham

30 mei 2025

De Morgensonne scheint auf die Bullis und Zelte und trocknet den Tau. Die Weiden rauschen leise und der Duft von Campingkaffee steigt vom Gaskocher auf. Der Campingplatz erwacht langsam, während die ersten Kinder in Sandalen zur Wasser-Matsch-Anlage schlendern.

Das ist nachhaltiges Campen.

Wer genauer hinschaut, sieht einen Mann, der sein Frühstücksgeschirr in die Spülmaschine stellt. Eine Frau schlendert entspannt zur Sauna.

Auch das ist nachhaltiges Campen.

Nachhaltig Urlaub machen – wir spüren alle, dass es notwendig ist. Und trotzdem fällt es vielen schwer. Denn Urlaub soll sich eben auch wie Urlaub anfühlen – und wer will da gleich auf alles verzichten, was angenehm ist?

Mit dem wachsenden Bewusstsein für die Klimakrise rückte der Fokus auf unseren ökologischen Fußabdruck. Der sollte kleiner werden – und damit hieß es vor allem: weniger. Weniger fliegen, weniger Fleisch, weniger Konsum. Müll trennen, Energiesparlampen, keine Plastikbecher mehr. Und wenn es mal nicht klappt? Dann kommen Flugscham, Skischam oder überhaupt: Lebensscham.

Aber wie sinnvoll ist es, wenn wir unseren alten Lebensstil so stark abbauen, dass niemand mehr wirklich davon aufblüht – und die Erde im Grunde auch nicht? Die 1,5 Grad Erderwärmung sind schließlich längst erreicht. Zeit, weiterzudenken.

Nach vorne blicken

Es geht auch anders. Wenn wir aufhören, nur darauf zu schauen, was nicht mehr geht – und anfangen, zu entdecken, wie wir es besser machen können.

Diese Erkenntnis haben wir in den letzten Jahren auf unserem eigenen kleinen Stück Erde gewonnen: ONS BUITEN.

Etwa 2020 haben wir einen radikalen Kurswechsel gewagt. Der Boden unseres Geländes war ausgelaugt – und die Menschen darauf eigentlich auch. Zuerst pflanzten wir viele Weiden und Wildkräuter. Wenn man diese im Sommer schneidet, das frische, energiegeladene Schnittgut hackselt und auf den Boden gibt, wird dieser mit der Zeit immer fruchtbarer.

Es entstanden Hügel aus Holz. Hunderte neue Bäume wurden gepflanzt. Die Landschaft bekam wieder leichte Erhebungen, sodass überschüssiges Regenwasser in Vertiefungen – den sogenannten Wadis – aufgefangen werden kann.

Durch all diese Maßnahmen kommen heute wieder mehr Vögel, Insekten und kleine Säugetiere auf den Platz. Der Boden ist bereits deutlich lockerer, fruchtbarer – und erwacht immer mehr zum Leben. Neue Bäume können besser wurzeln.

Hier wird keine Natur geschützt – hier wird Natur geschaffen.

Spiraldenken

Inmitten dieses Überflusses entstand Raum für eine Sauna und einen Pool. Nicht als Kompromiss, sondern als Ausdruck einer Philosophie. Das Gebäude wurde zirkulär gebaut, die Technik ist innovativ, und die Energie zum Heizen stammt zum Teil aus selbst erzeugtem und lokal gespeichertem Strom.

An den WASRUIMTE stehen Geschirrspüler – eine seltene Annehmlichkeit beim campen. Dabei verbrauchen sie weniger Wasser und Energie als Abwaschen von Hand.

Und der Müll? Das sind hier Rohstoffe – und so werden sie auch behandelt. So wird ONS BUITEN Schritt für Schritt zu einem vollständig öko-effektiven Unternehmen.

Luxus?

Früher bedeutete Luxus vielleicht Whirlpool, Klimaanlage oder All-you-can-eat-Buffet.

Doch in einer Welt voller Reizüberflutung, Klimastress und Ressourcenknappheit gewinnen andere Dinge an Wert: Ruhe, Raum, Achtsamkeit – und die Verbundenheit mit der Natur.

Vielleicht ist neuer Luxus: mit Vogelgezwitscher statt Straßenlärm aufzuwachen. Deinen Kaffee in der Morgensonne zu trinken und im Schatten eines Baumes zu sitzen – ohne das Brummen einer Klimaanlage im Hintergrund. Neuer Luxus ist ein Geschirrspüler und eine Sauna – mit dem guten Gefühl, der Erde nicht zur Last zu fallen.

Nicht trotz, sondern dank unserer nachhaltigen Entscheidungen empfinden viele Gäste ONS BUITEN als einen Ort des Luxus.

Aufblühen

Nachhaltiger Tourismus wird noch oft in eine Nische gedrängt. Als etwas für Idealist:innen mit Isomatte und Barfuß. Doch dieses Bild stimmt längst nicht mehr. Immer mehr Menschen suchen bewusst nach Orten, die ihre Werte widerspiegeln. Wo man sich nicht zwischen Komfort und gutem Gewissen entscheiden muss. Neue Generationen setzen neue Maßstäbe.

Daraus ergibt sich eine Verantwortung für die Branche. Nachhaltigkeit ist kein Verzicht oder leere Marketingfloskel. Es ist eine Chance. Für Innovation. Für Schönheit. Für Fülle.

Die Zeit, dass Pflastersteine durch Gras ersetzt werden, ist vorbei. Es ist Zeit, die Erde wieder zum Blühen zu bringen. Nicht, indem wir weniger nehmen – sondern indem wir besser geben. An die Erde. Und an uns selbst.